Deutschland erobert Europa

Deutschland erobert Europa. Was politisch schwer vorstellbar ist und nach einem gescheiterten Versuch zwischen 1933 und 1945 wohl auch hoffentlich nicht mehr vorkommt, kann im Pokern schonmal passieren. Nachdem Sebastian Ruthenberg in Barcelona und Moritz Kranich in Deauville, Frankreich, ein EPT (European Poker Tour) Turnier für sich entscheiden konnten, war die nächste Station Dortmund. Nachdem ich an der Qualifikation scheiterte, hab ich für Deutschland bereits schwarz gesehen, aber so kann man sich irren :D

Sandra Naujoks, der Shooting Star in der deutschen Pokerszene schaffte es sich gegen rund 300 weitere Teilnehmer erst an den Final Table und dann ins Headsup zu spielen, wo sie schließlich Holger Kranich gegenüber saß. Marc Gork, ebenfalls aus Deutschland, schaffte es auf den dritten Platz. Zu Beginn des Final Tables, der um 14:20 starten sollte, sah es vom Chipcount nicht alzu gut aus für die deutschen Teilnehmer, doch jeder fand sein Mittel sich gegen zwei Schweden, einen Türken, einen Italiener und den kanadischen Vorjahressieger Mike McDonald durchzusetzen.

Das Headsup war ein ewiges Auf-und-Ab auf beiden Seiten. Sandra Naujoks schaffte es sich mit Assen gegen Buben den Chiplead von fast 5 zu 1 zu sichern, musste dann aber ein Mittel auf Holger Kranichs aggressive Spielweise finden. Als Holger schließlich wieder den Anschluss schaffte und mit A7 gegen K4 verdoppeln konnte, war fast wieder Gleichstand. Bei Blinds von 50k/100k war das Headsup durch aggressives Spiel geprägt und letztendlich schoben beide All-In. Holger Kranich zeigte AQ, Sandra Naujoks A9. Drei Outs für Sandra und wie durch ein Wunder erscheint die 9 auf dem Turn und brachte ihr den Turniersieg. Die Freude wurde zunächst aber überschattet, sie entschuldigte sich bei Holger Kranich, das Turnier mit einer dominierten Hand gewonnen zu haben. Das nenne ich fair.

Es nützte nichts, Sandra ging mit 911.000 Euro nach Hause, für Holger blieben “nur” 533.000 Euro.

Nun steht also eine Frau, die erst vor ca. einem halben Jahr ihr erstes großes Turnier spielte und einschlug wie eine Bombe., an Deutschlands Spitze; zumindest eine Gemeinsamkeit die man mit der Politik schließen kann.

Ich habe den Final Table aufmerksam verfolgt, nur unterbrochen von einer Dinner Break, die sich alle Teilnehmer gönnen sollten. Meine Dinner Break bestand dann darin mit Tobi im Garten zu sitzen und etwas zu grillen, auch wenn das Wetter vielleicht nicht grad das Gelbe vom Ei war. Zusammen haben wir dann das Headsup verfolgt und auch wenn Tobi garkeine Ahnung vom Poker hat, konnte er relativ gut nachvollziehen was auf dem Bildschirm überhaupt passiert. Bisschen Hilfe von mir, und ausgezeichnete Moderatoren, die hervoragend kommentierten, machten das Finale auch für ihn interessant.

Anschließend haben wir uns noch den Film “Thank you for smoking” angeschaut. Ein klasse Film, hervoragende Satire um das Thema Rauchen und das skrupellose Vorgehen der Tabakwaren-Industrie. Sollte man sich echt mal anschauen, ist echt sehenswert!

An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch von meiner Seite an die deutschen Spieler bei diesem Turnier (Florian Silbereisen ist leider an Tag 1 ausgeschieden) und nächstes Mal probier ich auch dabei zu sein ;)

MfG Ego1st

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